Jakobus Kapelle Lichtringhausen: Allgemeine Informationen zur Entstehung der Kapelle

Im Jahre 1767 stiftete der angesehen Händler Casper Aßmann 800 Gulden für den Bau einer Kapelle und 1000 Gulden zur Feier einer heiligen Messe an allen Sonn- und Feiertagen. Das Generalvikariat in Köln befand die Summe von 800 Gulden jedoch als zu gering. Nach langjährigen Verhandlungen kam es schließlich 1788 zur Ausführung des Baus der Kapelle, welche den Namen des Schutzpatrons Jakobus erhielt.
Ein Problem war trotzdem noch vorhanden. Obwohl Attendorn in dieser Zeit noch acht Vikare besaß, war keiner von ihnen bereit in Lichtringhausen die Heilige Messe zu feiern, da die Strecke zwischen Attendorn und Lichtringhausen einen zweistündigen Fußmarsch bedeutet hätte.
Über Jahrzehnte hinweg wuchs und wuchs die Bevölkerung Lichtringhausens, da dieser Ort an der Handelsstrasse zwischen Attendorn und Affeln lag. Um eine Erweiterung der Kapelle zu bewirken, gründeten die Einwohner am 17. Juni 1900 einen Kapellenverein.
Heute wird die alte Kapelle vorwiegend als Treffpunkt fuer Jugendliche im Ort genutzt.

   

Einen weiteren Einschnitt gab es am 17. September 1908. Der Kölner Domkapitular Alexander Schnütgen war zu Besuch. Dieser kam zu dem Entschluss eine Kirche zu errichten.

Sie besteht aus:

  • Einem einschiffigen Saal, mit einer gewölbten Holzdecke , von einem eingezogenem Chorbau abgeschlossen
  • Über dem Chorbau erhobenen kleinen Dachreiter
Innenausstattung:
  • Beichtstühle vom Niederrhein
  • Gebrauchte Orgel und Bänke aus der Dürener Gegend
  • Kommunionbank aus Westfalen
  • Kanzel aus der Eifel
  • Barocke Altäre und Skulpturen aus dem Raum Aachen

Am 29. Januar 1911 fand die feierliche Einweihung statt.

Ein großer Teil dieser Einrichtung fiel nach dem zweiten Weltkrieg der einsetzenden „Säuberung“ zum Opfer. Es stellt sich jedoch die Frage, ob auch das Jakobusfenster, welches in der Beschreibung Schnütgens vorkommt, in dieser „Säuberung“ involviert war. Von der einstigen Ausstattung ist nur noch die Figur des Schutzpatrons vorhanden. Schließlich feierte die Gemeinde 1986 das 75-jährige Bestehen ihrer Jakobuskirche. Zu diesem Anlass fertigten die sieben Dorfvereine ein liturgisches Gewand an. Auf der einen Seite befindet sich ein Bildnis des heiligen Jakobus, während auf der anderen Seite die Kirche und der Wahlspruch von Alexander Schnütgen „Der heiligen Gottesmutter widmet diese Kirche, ihre Gemeinde und sich selber Jos. Wilh. Alexander Schnütgen.“ abgebildet ist.


©Stadt Attendorn, Stadtarchiv/ Universität Siegen/ St. Ursula Gymnasium Attendorn